____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Mecklenburgisch-Vorpommersch
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Das Mecklenburgisch-Vorpommersche (auch Mecklenburg-Vorpommersch; Eigenbezeichnungen MÄkelborgsch und VĂśrpommersch) bildet eine Dialektgruppe des Ostniederdeutschen und wird Ăźberwiegend in Mecklenburg-Vorpommern gesprochen. Diese Dialekte sind einander äuĂerst ähnlich und besitzen gegeneinander keine scharfe Dialektgrenze, sondern flieĂende Ăbergänge.
Wie in allen ostniederdeutschen Dialekten fehlt der westniederdeutsche verbale Einheitsplural auf -t; stattdessen lautet der Einheitsplural -(e)n. Daneben kommt seit dem 19. Jahrhundert als Folge des RĂźckgangs der niederdeutschen Sprache auch der zweifĂśrmige Plural analog zum Standarddeutschen vor. Ein spezifisches Kennzeichen der mecklenburgisch-vorpommerschen Dialekte ist das Kosesuffix -ing, z. B. in Poot âPfoteâ > PĂśting âPfĂśtchenâ, Ănning âĂnnchenâ, liesâ âleisâ, âlangsamâ, âvorsichtigâ > liesing âmucksmäuschenstillâ, âganz vorsichtigâ.cite-ref-1[1]
Contents
⢠Dialektgebiete
⢠Erweichung des G
⢠Ăberlänge
⢠Orthographie
⢠V vs. W
⢠Phonologie
⢠Vokale
⢠Konsonanten
⢠Morphologie
⢠Deklination
⢠Konjugation
⢠Derivation
⢠Syntax
⢠Adverbien
⢠Konjunktionen
⢠Nachfeld
⢠Scrambling
⢠Subjektelision
⢠Linksversetzung
⢠Sprachpflege
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Siehe auch
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
AbkĂźrzungen in diesem Artikel
sprachbezogen:
⢠as. = altsächsisch
⢠hd. = hochdeutsch
⢠meckl. = mecklenburgisch
⢠mnd. = mittelniederdeutsch
⢠mvp. = mecklenburgisch-vorpommersch
⢠nds. = niedersächsisch
⢠urgerm. = urgermanisch
grammatikbezogen:
⢠fem., f. = feminin (weiblich)
⢠mask., m. = maskulin (männlich)
⢠neut., n. = neutral (sächlich)
⢠pl. = pluralisch
⢠refl. = reflexiv
⢠sg. = singularisch
Dialektgebiete
Das definierende Merkmal des Mecklenburg-Vorpommerschen, das es von den westlich, Ăśstlich und sĂźdlich benachbarten niederdeutschen Mundarten abhebt, ist die Hebung von mnd. ĂŞ und Ă´ vor r (ierst âerstâ, Uhr âOhrâ, hĂźren âhĂśrenâ; sog. Mecklenburgisch-Vorpommersche ErhĂśhung). Weit verbreitet und Abgrenzungsmerkmal nach SĂźden und Osten ist zudem die Diphthongierung von mnd. ĂŞ und Ă´ (hei âerâ, tau âzuâ), wobei diesen Diphthongen die Monophthonge e (fĂźr mnd. ĂŞ1, ĂŞ2a) und o (fĂźr mnd. Ă´2) gegenĂźber stehen. Das Mecklenburg-Vorpommersche greift bis in das nĂśrdliche Brandenburg aus. Da Teile des Märkischen ebenfalls eine Hebung von ĂŞ und Ă´ vor r besitzen, ist ein wesentliches zusätzliches Unterscheidungsmerkmal zum Märkischen die Nutzung des Artikels dat gegenĂźber märkisch det.
⢠Schwerinerisch im Gebiet um Schwerin-Rostock-Wismar-GĂźstrow, ehemaliges Territorium von Mecklenburg-Schwerin. Typisch ist die Diphthongierung von mnd. Ă´ und ĂŞ (hei âerâ, tau âzuâ), sowie die Hebung vor r, jedoch ging die Diphthongierung der Hebung vor r voran (daher Beier âBierâ).
⢠Vorpommersch im Gebiet um Stralsund-Greifswald-Anklam. Typisch ist die Diphthongierung von mnd. Ă´ und ĂŞ (hei âerâ, tau âzuâ), sowie die Hebung vor r, jedoch ging die Hebung der Diphthongierung voran (daher Bier âBierâ). Das so definierte Dialektareal geht allerdings sĂźdlich Ăźber das historische Vorpommern hinaus bis an die Grenze zum Märkischen.
⢠Strelitzisch im Gebiet um Neustrelitz-Neubrandenburg, ehemaliges Territorium von Mecklenburg-Strelitz. Typisch ist neben der Hebung vor r (ierst âerstâ) das Ausbleiben der Diphthongierung (to âzuâ, he âerâ)
Die Dialekte des historischen Mecklenburg (Strelitzisch, Schwerinerisch sowie die dazwischenliegenden Gebiete, die in ihren lautlichen Merkmalen mit dem Vorpommerschen Ăźbereinstimmen) werden traditionell auch als Mecklenburgisch zusammengefasst. Das Mecklenburgische geht im Westen flieĂend in das Holsteinische Ăźber, jedoch stellen das Westmecklenburgische (nĂśrdlich, westlich und sĂźdwestlich von Ratzeburg) und das Ostholsteinische (nĂśrdlich von LĂźbeck) die Mecklenburgisch-Vorpommersche ErhĂśhung nicht. Das Holsteinische teilt mit dem Mecklenburgischen einige Eigenheiten, welche sich in Holstein jedoch je nach Region mit den Charakteristika des Nordniedersächsischen abwechseln. Im Gebiet um Ratzeburg, das z. T. noch zum mecklenburgischen Dialektraum gezählt wird, existiert ein DialektĂźbergang, der sich teilweise bis auf das Hamburger Platt (Marsch) auswirkt und Eigenheiten des Mecklenburgischen und Holsteinischen innerhalb einzelner Dialekte tauscht und vermischt. So kennen die Gebiete westlich von Schwerin etwa den Einheitsplural auf -t, die Vierlande in Holstein aber die Diphthongierung und die in Mecklenburg-Vorpommern häufigere Verdrängung des v durch das b, wie etwa in den Worten aven bzw. aben. Der Wortschatz der mecklenburgischen Dialekte wurde in Richard Wossidlos Mecklenburgischem WĂśrterbuch erfasst.
Nach Osten hin geht das Mecklenburgische flieĂend in den vorpommerschen (westpommerschen) Dialekt Ăźber, der in Vorpommern gesprochen wird. Das Vorpommersche weist einige westslawische EinflĂźsse auf. Typisch ist eine harte, knappe Aussprache. Der Wortschatz der vorpommerschen Dialekte wird im Pommerschen WĂśrterbuch dokumentiert.
Im SĂźden und Osten wird das Mecklenburg-Vorpommersche durch märkische Dialekte begrenzt, im SĂźden durch das Nordmärkische, im Osten durch das Mittelpommersche, wobei in beiden Fällen Ăbergangsareale existieren. Charakteristische Merkmale des Mecklenburg-Vorpommerschen, die es von beiden scharf abhebt, sind die Diphthongierung von mnd. ĂŞ und Ă´ und die mecklenburg-vorpommersche ErhĂśhung vor r. Da ihm die Diphthongierung fehlt, bildet das Strelitzische als mecklenburgischer Dialekt auf märkischem Substrat einen Ăbergangsbereich zum Mittelpommerschen, wird jedoch aufgrund der Hebung vor r und aus wortgeographischen GrĂźnden zum Mecklenburgisch-Vorpommerschen gerechnet (Teuchert 1934, S. 34).cite-ref-3[3]cite-ref-6-4-0[4] Da das verbliebene Sprachgebiet des Mittelpommerschen klein ist, an der Ăśstlichen Peripherie des Bundeslandes liegt und als wenig erforscht gilt, wird ihm in der Sprachpolitik von Mecklenburg-Vorpommern kein Sonderstatus eingeräumt.
Lautliche Besonderheiten
Die Aussprache des Mecklenburgischen und Vorpommerschen wird gemeinhin mit âbreitâ bezeichnet. Was heute als direkte Diphthongierung wahrgenommen wird (s. u.), wurde bis zum 20. Jahrhundert eher als breite Aussprache gemeinniederdeutscher WĂśrter verstanden. Daher finden sich selbst in spezifisch mecklenburgischen Grammatiken noch Hinweise darauf, dass das ĂŞ zu ei und das Ă´ zu au tendiere, ohne dass dies in der Schrift besonders kenntlich gemacht wurde. Die âbreiteâ Aussprache ist gleichbedeutend mit einer offeneren Aussprache der Vokale. Im Folgenden wird vor allem vom Schwerinerischen die Rede sein, da andere Dialektgebiete je nach Gebiet dessen Eigenschaften teilen, nicht teilen und/oder ZĂźge des Märkischen und Mittelpommerschen tragen. Im Allgemeinen kann das Mittelpommersche als gegenĂźber dem Vorpommerschen konservativeres Sprachgebiet gelten, welches der mittelniederdeutschen Lautung näher bleibt.
Im Vorpommerschen liegen die Besonderheiten des Mecklenburg-Vorpommerschen dagegen in derselben Stärke wie im Mecklenburgischen vor und fanden sich sogar Üstlich des Mittelpommerschen auch in Hinterpommern.
Die Mecklenburgische Diphthongierung
In Silben mit tiefer Betonung (fĂźr gewĂśhnlich markiert durch einzelne oder keine Konsonanten am Silbenende, z. B. bok und he) kennt das klassische Niederdeutsche kein langes Ă´ () oder langes ĂŞ (). Stattdessen stehen dort die Diphthonge und . Im Schwerinischen und Vorpommerschen fĂźhrt die offenere Aussprache dazu, dass der Diphthong-Charakter dieser Laute deutlicher hervortritt. Besonders im Schwerinischen werden viele WĂśrter, welche in anderen niederdeutschen Dialekten mit o () gesprochen werden, mit au ( oder ) gesprochen, was sich auch auf die Umlaute Ăźberträgt. So wird Ăś () zu äu ( oder sogar ). Diese breiteren Aussprachen treten nicht unabhängig voneinander auf. Hat ein Dialekt ei fĂźr mittelniederdeutsch ĂŞ, so kennt er ebenfalls au fĂźr mittelniederdeutsch Ă´. Welche Laute diphthongiert werden, hängt von der Sprachgeschichte ab: WĂśrter, die im Urgermanischen noch auf <au> (mnd. Ă´2) lauteten, haben auch im Mecklenburgischen ein reines O (z. B. urgerm. *augo und nds. oge, aber urgerm. bĹks â meckl. bauk (bok âBuchâ)). Als Faustregel kann gelten, dass das Mecklenburgische nie <au> hat, wo es im Deutschen steht.
Die mecklenburgische Diphthongierung ist spätestens seit ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts schriftlich belegt (tausahmen âzusammenâ [1734], Sei âSieâ [1734]).cite-ref-5[5] Sie war aber zu Beginn des 18. Jahrhunderts noch nicht abgeschlossen, denn nach Teuchert (1934, S. 32) hat die Mecklenburgischen Landesteilung von 1702 ihre Ausbreitung auf das Mecklenburgisch-Strelitzische verhindert.cite-ref-6-4-1[4]
Erweichung des G
Im Urgermanischen war jedes g ein Stimmhafter velarer Frikativ â/â ÉŁâ /â, der in vielen (hoch)deutschen Dialekten durch den Plosiv â/â gâ /â verdrängt wurde. Durch deutschen Einfluss verbreitete sich dieser Plosiv spätestens im 19. Jahrhundert auch in den niederdeutschen Gebieten.cite-ref-6[6] Das Mecklenburgische erhielt sich das frikativische G jedoch lange vor E und I. Noch heute ist das weiche G auĂerdem in norddeutscher Aussprache zu finden, insbesondere zwischen Vokalen. Mit diesem frikativischen G ist auch zu erklären, dass das G bei der Auslautverhärtung in Norddeutschland zu â/â xâ /â, also zu ch, und dessen Allophonen wird und nicht zu einem k (vgl. das markante norddeutsche Tach! mit dem standard- und sĂźddeutschen Tak! oder das standard- und norddeutsche lustich mit dem sĂźddeutschen lustik).
AuĂerdem ersetzte das G vielerorts in Mecklenburg-Vorpommern den älteren Halbvokal â/â wâ /â (gnawen â gnagen), der mit dem VorrĂźcken des Hochdeutschen verschwand.
Die Mecklenburgisch-Vorpommersche ErhĂśhung
Das Mecklenburgisch-Vorpommersche vokalisiert, wie viele nordniederdeutsche Dialekte, das R. Das heiĂt, dass das eigentlich gerollte R im Auslaut und in Verbindung mit den mit der Zunge gebildeten Konsonanten (N, L, S, z. T. D/T) zu einem vokalischen Laut (Schwa) wird. Vor diesem R wechseln einige Vokale. Diesen Vorgang bezeichnete Karl Nerger als âErhĂśhungâ (im Gegensatz zur Brechung; vgl. Vokaltrapez); auch der Begriff âHebungâ wird verwendet. Die Wechsel sind: OâU, EâI, ĂâĂ, AâO. Die letzte Entwicklung, sowie einen Wechsel EâA vor konsonantischem R (/r/), machen fast alle nordniederdeutschen Dialekte mit; Worte wie Jor (mnd. jar âJahrâ) und Barg (mnd. berg âBergâ) sind in ganz Norddeutschland verbreitet. Typisch mecklenburgisch-vorpommersch sind jedoch Worte wie Nurd âNordenâ, Kirl âKerlâ und hĂźren âhĂśrenâ. Diese Entwicklung war zumindest im 19. Jahrhundert nicht vollständig durchgefĂźhrt, und im Gebiet von Ratzeburg und Lauenburg, die mit dem Rest Mecklenburgs klassischerweise ein Dialektgebiet bildeten, liegt sie nur partiell vor. Bereits ab Ludwigslust kann man zwar eine Umformung von wer âwarâ zum typisch mecklenburgisch-vorpommerschen wir finden, aber z. B. Ber âBierâ macht nur die Diphthongierung mit und wird Beir (sprich wie hd. âBayerâ) statt wie im sonstigen Mecklenburg Bir (wie im Hd.). Dieser Zustand mag sich inzwischen gewandelt haben, da die letzte umfassende Erhebung 1876â1880 mit der Erhebung durch Wenker geschah.
Die mecklenburgisch-vorpommersche ErhĂśhung hat sich nach Teuchert (1934) kurz vor der Landesteilung in Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin (1702) durchgesetzt, da sie sowohl Schwerinisch als auch Strelitzisch erfasst hat.cite-ref-6-4-2[4]
Ăberlänge
Durch Ausfall eines mittelniederdeutschen -e am Wortende entsteht im mvp. ähnlich wie in anderen niederdeutschen Mundarten die sog. âĂberlängeâ des vorangehenden Vokals, die orthographisch durch Apostroph â angezeigt werden kann,cite-ref-7[7] vgl. Apokope und Apostroph unten. Ăberlänge äuĂert sich u. a. durch Ausbleiben der Auslautverhärtung nachfolgender Konsonanten (âgleich als ob am Ende ein stilles e nachwirkeâ, Nerger 1869, S. 154) und ist beispielsweise in der Flexion bedeutungsunterscheidend.cite-ref-1-8-0[8]
Nach Ritter (1832, S. 12) wird âder Vocal der tief betonten WĂśrter [âŚ] zu einer wahren Länge ausgedehnt, bei hell betonten Silben aber der erste auf den Vocal folgende Consonant länger gehĂśrt, und der letzte Consonant lautet allein nach, oft mit einem unmerklich angedeuteten e, z. B. Lewâ (Liebe), gesprochen Le'w, Le-èw, wogegen lew (lieb) rein gesprochen wird; eben so langâ (lange), gesprochen lann'g, dagegen lang wie lank. Dadurch wird der nun auslautende Consonant sehr weich gesprochenâcite-ref-3-9-0[9].
Sonstige Besonderheiten
Das S [] vor Konsonanten wird im Strelitzschen und Teilen Vorpommerns zu SCH [] verändert, gleich dem Deutschen. Snacken, Strand und Spiker werden zwar häufig mit S geschrieben, in vielen, wenn nicht allen, ostniederdeutschen Dialekten spricht man sie jedoch als schnacken, Schtrand und Schpiker aus. Mit der AuflĂśsung der ostniederdeutschen Gebiete in Pommern und OstpreuĂen immigrierten viele Sprecher Ăśstlicher Dialekte nach Mecklenburg, sodass auch im Meckl.-Schwerinerischen die Veränderung von S zu SCH nun manchmal auftritt.
Im Inlaut wird häufiger B [] verwandt, wo in anderen Dialekten ein V [] steht.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]cite-ref-1-8-1[8] So finden sich to (zu), tÜven (warten), Aven (Ofen) und grÜn (grßn) in Mecklenburg als tau, täuben, Aben (auch Awen) und gräun. In Rostock, Grenzen zu anderen Dialekten und in vielen Pommerschen Gebieten werden die WÜrter ebenfalls mit O gebildet.cite-ref-15[15]
Postvokalisches r wird vielfach vokalisiert, in einem Teil des Dialektgebietes word dadurch auslautendes -er als -e artikuliert wird. Die Grammatik von Ritter (1832) schreibt daher systematisch -ĂŠ, daher dort Schreibungen wie Schepè fĂźr sonst Ăźblicheres Schäper âSchäferâ.cite-ref-3-9-1[9] Wo hier aus Ritter zitiert wird, wird -er geschrieben.
Regional verbreitet ist Rhotazismus, d. h., die Aussprache von intervokalischem mnd. d oder dd als gerolltes /r/. Teilweise findet das auch Eingang in die Schreibung, so etwa bei Ritter (1832), der z. B. fĂźr 1.sg.prt von don âtunâ sowohl dedâ als auch derâ â(ich) tatâ angibt (Ritter 1832, S. 84).cite-ref-3-9-2[9]
Orthographie
Das Mecklenburgische und Vorpommersche, bedingt durch die offenere Aussprache, verfĂźgen Ăźber eigene Laute, welche in anderen Dialekten des Niederdeutschen nicht vorkommen. Diese werden, je nach Verlag, dargestellt durch die Buchstaben Ĺ (Ă) und Ä oder auch durch Ă, Ae und Oe. Ein weiterer Buchstabe, welcher im ganzen sächsischen Raum Verwendung findet, ist Ă
.
Ă
/ÉË/ (auch als a oder o geschrieben)
Das Ă
/ĂĽ tritt in der Schrift vor allem im Pommerschen auf, wo es zum einen anzeigt, dass ein als O gesprochener Laut vor einem langen R im Wortstamm ein A ist. Vor einem vokalischen R wandelt sich in niederdeutschen Dialekten das lange A als O, auch dort, wo das lange A sonst dem deutschen A entspricht (Jor âJahrâ). Es kam in den Ăśstlichen Gebieten des heutigen Mecklenburg-Vorpommern nicht selten vor, dass dort ein Ă
geschrieben wurde. Dass dies im Westen selten geschah, ist mit Konvention zu erklären, da die Grammatik und Aussprache dort z. T. identisch sind.cite-ref-16[16]
In ganz Norddeutschland zu finden ist auĂerdem die Verwendung des Ă
anstelle des A, da die meisten Dialekte das lange A wie ein skandinavisches Ă
sprechen [ oder ]. Dies vor allem in neuerer Zeit, wo sich im Niederdeutschen eine dialektbezogen-aussprachekonforme Schreibweise gegenĂźber einer etymologisch-wortstammbildenden durchsetzt. Dort findet sich dann das klassisch als water geschriebene âWasserâ entsprechend der Aussprache [], orientiert an der hochdeutschen Standardsprache, als WĂĽder wieder.cite-ref-17[17]
Ä /É:/ (auch als ä geschrieben)
Das Ä/Ä bezeichnet ein âtonlanges Eâ [/É:/].cite-ref-18[18] Es steht zum einen in WĂśrtern, die durch Lautwandel einen neuen Laut angenommen haben, d. h. von bestimmten altsächsischen Vokalgruppen stammen; etwa Worte, die ein kurzes I in einer offenen Silbe fĂźhrten. Beispiele sind as. filu und meckl. vÄl (viel) oder as. givan und meckl. gÄven (geben). Auch der Name Mecklenburgs hat durch dieses Lautgesetz sein Ä erhalten: Mikilinborg â MÄkel(e)nborg. Ebenso wurde slawisch Liubice zu Mecklenburgisch LĂźbÄke. AuĂerdem ist dieses E der Umlaut des kurzen A, wie in Singular grass, Plural grÄser. Je nach Autor und Herausgeber wechselt Ä relativ frei mit Ă. Ä ist eher eine WĂśrterbuchschreibung, da auf elektronischen Endgeräten fĂźr die meisten Autoren schwer zu schreiben.
Ĺ/Ă /ÉśË/ (auch als ä oder Ăś geschrieben)
Das Ă/ĂŚ und Ĺ/Ĺ bezeichnen denselben Laut [/ÉśË/], welcher der Umlaut des langen A ist und vom Ă zu trennen ist, wenn der Schriftsatz es ermĂśglicht. Klanglich handelt es sich um ein langes Ă mit starker Beimischung des offenen Ă.cite-ref-schwarz9-19-0[19] Auch dieser Laut wird häufig mit dem Zeichen <Ă> bezeichnet. Im 19. Jahrhundert gingen einige Autoren davon aus, dass dieser Laut nur im Mecklenburgischen vorkomme.
Das Zeichen Ĺ hat sich in jĂźngerer Zeit verbreitet, da der Laut selbst aufgrund des Ă-Beiklangs in VerkĂźrzungen mit einem Ă verwechselt werden kann, bzw. auch als solches geschrieben wird. (de MĹl, die MĂźhle â de MĂśller, der MĂźller; jedoch urspr. abgeleitet von malen, mahlen). Die WĂśrter mit kurzem Ă sind aber jĂźngeren Ursprungs (mnd. molarene, MĂźller). Weiteren Einfluss darauf muss man wohl dem Deutschen zurechnen, welches diese WĂśrter zumeist mit OE umschreibt, sowie nicht zuletzt der groĂen Ăhnlichkeit von ĂŚ und Ĺ im Frakturschriftsatz, in welchem der Ăźberwiegende GroĂteil der bekannten niederdeutschen Literatur verĂśffentlicht wurde.
Die Verwendung des Ĺ birgt die Gefahr, dass man fälschlich einen O-Umlaut annimmt, was zu Fehlern bei Konjugation und Deklination fĂźhren kann. So ist der Singular von VĹgel/VĂŚgel etwa Vagel und nicht Vogel. Dies ist zudem fĂźr die Aussprache wichtig, da die Mecklenburger, insbesondere der mittel-/ostmecklenburgische Dialekt Fritz Reuters, das lange A mit wenig bis ohne Charakter des O spricht. So findet man etwa in dessen Werken ausschlieĂlich die Schreibung mit ĂŚ/ae und ä.
Vagel findet z. B. in der Aussprache des niedersächsischen Dialektraumes z. T. die Realisierung als âVoogelâ, im mecklenburgischen und pommerschen Raum hingegen eine Aussprache wie âVĂĽĂĽgelâ (mit einem Laut wie im englischen water) je nach Gebiet.cite-ref-schwarz9-19-1[19]
Weiter zur Verwirrung trägt bei, dass die deutschen Transkriptionen dieser WĂśrter fĂźr gewĂśhnlich âoeâ verwenden und die westniederdeutschen Dialekte an der entsprechenden Stelle Ă oder ĂĂ schreiben und auch sprechen. Der Unterschied zwischen Ă /ø:/ und Ă/Ĺ /ÉśË/ ist im Osten bedeutungsunterscheidend (HĂśg' , HĂśhe; HĂŚg'/HĹg' , Freude).
Tabelle zur Ăbersicht der Umlautbeziehung:
| Umlautwort | abgeleitetes oder ableitendes Wort | Anmerkung |
|---|---|---|
| dĂŚmlig | damelen | Ursprung fĂźr das Deutsche âdämlichâ |
| kĂŚnen | ik kan | kĂśnnen, erste Person Singular |
| SlĂŚtel | slaten | SchlĂźssel, geschlossen, Partizip von sluten |
| VĂŚgel | Vagel | Plural, Singular |
| knĂŚkern | Knaken | knĂśchern, Knochen |
Apokope und Apostroph
Zur Bezeichnung der sog. âĂberlängeâ von Vokalen wird dort, wo frĂźher ein E stand, welches wie im Nordniederdeutschen häufig stumm wurde (siehe Apokope), heute oft ein Apostroph geschrieben, das die Auslautverhärtung verhindert. Wie im Deutschen und Niederländischen werden D, B und W am Ende eines Wortes und am Ende einer Silbe vor einem Konsonanten zu T, P und F. (Dod spricht man wie âdohtâ.) Ein G wird an diesen Stellen als CH gesprochen. Ein Apostroph macht deutlich, wo frĂźher ein E stand und dass die vorstehenden Buchstaben diesen Wandel nicht durchmachen, da sie quasi noch im Inlaut stehen. Dies ist auch bedeutungsunterscheidend. Eine Orientierungshilfe zur Aussprache kann das Englische geben, wo die Auslautverhärtung nicht stattfindet und das Wort cold (kalt, im niederdeutschen ebenfalls kold) tatsächlich mit D am Ende gesprochen wird.
| Plattdeutsch | Deutsch |
|---|---|
| de Dod | der Tod |
| de Dodâ | der Tote |
| ân Hus | ein Haus (Nominativ) |
| ân Husâ | einem Hause |
Eine sehr gängige Ausnahme ist Dag (Tag, kurzes A), wo neben dem Plural Dag' auch der Plural Dag ßblich ist, wobei sich dieser das lange A der ursprßnglichen Zweisilbigkeit (frßher Dage) erhält. Zuweilen wird der Unterschied schriftlich kenntlich gemacht. (Dach/Dag oder Dagg/Dag; Dag/Daag eher im Westen ßblich)
Ein anderes System war, jedem Laut einem Buchstaben zuzuordnen, sodass der Tod als der Dot geschrieben wurde, der Tote aber als der Dod.
V vs. W
Weiterhin benutzen sehr viele moderne (mindestens seit 1800) Texte im mecklenburgisch-vorpommerschen Dialekt das w im Wort, ohne dass sich der Lautwert von v> [] zu w [] geändert hätte. Vor allem der sich stark an der standarddeutschen Rechtschreibung orientierende Fritz Reuter leistete dieser Entwicklung Vorschub, während Philologen wie Karl Nerger diese Entscheidung eher kritisch sahen. Sie ist zum Teil vielleicht damit zu erklären, dass das v im mittelniederdeutschen Anlaut immer als f gesprochen wurde, was sich im Mecklenburger Dialekt zum Teil auf den Inlaut bei FremdwĂśrtern Ăźbertrug. Veninsch (âgiftigâ; von frz. venin) spricht man als âfenienschâ aus, David als âDafietâ. Im Westen hingegen spricht man das v heute im Anlaut von FremdwĂśrtern wie in der Originalsprache.cite-ref-20[20]
Phonologie
Vokale
| Schreibung | Lautschrift | Beispiel nach Herrmann-Winter [ 21 ] | hochdeutsche Entsprechung |
|---|---|---|---|
| a | â[â a â ]â | as âals, wieâ | meist kurzes a |
| a | [a;] (vor r) | Barch âBergâ, Kark âKircheâ | meist kurzes e oder i |
| e | [É] | em âihn, ihmâ, etzlig âetlich, einigeâ | meist kurzes e oder i |
| e (ee, eh) | â[â e: â ]â | een âeinâ, ehr âihrâ, Bickbeer âHeidelbeereâ, Kleed âKleidâ | meist ei oder langes e |
| i | â[â i â ]â / â[â ɨ â ]â | mit âmitâ, schippern âmit dem Schiff fahrenâ, villicht âvielleichtâ | meist kurzes i, auch langes i oder ei mĂśglich |
| i (ie,ih) | [i:] | glieks âgleichâ, Ies âEisâ, mihrst âfast, zum Teilâ | meist ei |
| o | â[â É â ]â | von âvonâ, Zigorr âZigarreâ | meist kurzes a oder o |
| o, a, ĂĽ (oh, ah, ĂĽh) | â[â É: â ]â | Affohrt âAbfahrtâ, Vagel âVogelâ, Wor âWareâ | meist langes a oder o |
| o (oo) | [o:] | wo âwoâ, Book âBuchâ, Spieskoort âSpeisekarteâ, nooch âgenugâ, Bom âBaumâ, grot âgroĂâ, Hosten âHustenâ | meist au, langes u oder langes o |
| u | [Ę] | Zägenbuck âZiegenbockâ, Wulf âWolfâ | meist kurzes u oder o |
| u (uh, uu) | â[â u; â ]â | Tuurt âTorteâ, Stuf âStubeâ, Buer âBauerâ, Buk âBauchâ | meist au oder langes u |
| Ăś | [Ĺ] | WĂśddel âWurzelâ, KĂśst âSchmaus, Kost, Festessenâ | meist kurzes o oder u mit Umlaut |
| ĂŚ, Ĺ (ä, Ăś, +h) | [Ĺ:]~[ĂŚ:] | oewertĂźgen âĂźberzeugenâ, Boegel âBĂźgelâ, moegen âmĂśgenâ, moeten âmĂźssenâ, Koetel âKotstĂźckchenâ, Loepel âLĂśffelâ, Koeksch âKĂśchinâ | meist langes Ăź oder Ăś |
| Ä (ä, ää, äh) | [É:] | Spältßßch âSpielzeugâ, woväl âwievielâ, Klappräkner âLaptop, wĂśrtlich Klapprechnerâ, gägen âgegenâ, bäätsch âbissigâ | meist langes i, kurzes oder langes e |
| Ăś (ÜÜ, Ăśh) | â[â ø: â ]â | bedĂśwen âbetäubenâ, DĂśp âTaufeâ, HĂś âHeuâ, grĂśn, gräun âgrĂźnâ | meist eu oder äu , auch langes Ăź |
| Ăź | [Ę] | Ăźm âumâ, Ăźmmer âimmerâ, wĂźnschen âwĂźnschenâ | meist kurzes Ăź |
| Ăź (Ăźh, ßß) | â[â y: â ]â | uphĂźren âaufhĂśrenâ, FĂźer âFeuerâ, SĂźk âSeucheâ, Jßßch âJaucheâ | meist eu |
| au | [aĘĚŻ] | Kauken âKuchenâ, Austmand âAugustâ | meist langes u, auch au |
| eu, äu | [ÉÉŞĚŻ] | vergnäuglich âvergnĂźglichâ, Schleuf âSchleifeâ | meist langes Ăź |
| ei | [aÉŞĚŻ] | affdreigen âabdrehenâ, Afdeilung âAbteilungâ | meist langes e, auch ei |
Vor allem an den Vokalen wird klar, dass die niederdeutsche Lautung aus der hochdeutschen (oder umgekehrt) kaum voraussagbar ist. Das unterstreicht, dass es sich hierbei nicht um einen Dialekt des Deutschen, sondern des Niederdeutschen handelt.
Konsonanten
| Schreibung | Lautschrift | Beispiel nach Herrmann-Winter [ 21 ] | hochdeutsche Entsprechung |
|---|---|---|---|
| b | â[â b â ]â | Brut âBrautâ, warben âwerbenâ | meist b |
| tz, z | â[â tÍĄs â ]â | sprĂźtzen âspritzenâ, Zääch âZiegeâ | meist z, tz (sind meist Lehnworte) |
| tsch | â[â tÍĄĘ â ]â | Zitsch âNarzisseâ, Natschon âNationâ, Ălditsch âEidechseâ, knutschen âkĂźssenâ | meist tsch oder Lateinisch -ti- |
| d | â[â d â ]â | DĂźwel âTeufelâ, Zoddel âZottelâ, dit âdiesâ, Dack âDachâ | meist t oder d |
| f,v | â[â f â ]â | Witfru âWitweâ, afarbeiden âabarbeitenâ, tauvĂśr âzuvorâ | meist f oder b |
| g | Am Wortende: â[â ÉŁ â ]â /Sonst: â[â g â ]â | tĂźdlig âwunderlichâ, toglieks âzugleichâ | meist g |
| h | â[â ÉŚ â ]â , auch Zeichen fĂźr Vokallänge | wurhen âwohinâ | meist h |
| j | â[â j â ]â / â[â Ę â ]â | VĂśhrjohr âVorjahrâ | meist j |
| k (ck) | â[â k â ]â | wieken âweichenâ, Wark âWerkâ, wecke âwelchâ | meist k oder ch |
| l | â[â l â ]â | Wulf âWolfâ, lĂźtt âkleinâ | meist l |
| m | â[â m â ]â | mitnähmen âmitnehmenâ | m |
| n | â[â n â ]â | nähmen ânehmenâ | meist n |
| ng, n(k) | [Ĺ], Allophon von /n/ vor Velar | Zislaweng âTrickâ, Unkel âOnkelâ | ng, n(k) |
| p | â[â p â ]â | versupen âertrinkenâ, pßßstern âanhaltend blasenâ, Pierd âPferdâ | meist pf, f oder p |
| r | â[â r â ]â / â[â Ę â ]â / â[â Ę â ]â | pßßstern âanhaltend blasenâ, run ârunterâ | meist r |
| s | â[â s â ]â ,[z] vor Vokal | pßßstern âanhaltend blasenâ, sweiten âschwitzenâ, suer âsauerâ | meist s , z. T. sch |
| sch | [Ę] | schweiten (neben sweiten) âschwitzenâ, schluten âschlieĂenâ | meist sch |
| t | â[â t â ]â | tauierst âzuerstâ, dormit âdamitâ, bet âbisâ, bäten âbisschenâ, dat âdas, dassâ | meist t, tz , z, ss oder Ă |
| w | â[â v â ]â | wieken âweichenâ, hewwen âhabenâ | meist w oder b |
| ch | â[â x â ]â | wurachen âhart arbeitenâ, Winterdach âWintertagâ | meist g oder ch |
| ch | [ç], Allophon von [x] | Zääch âZiegeâ, wohrschienlich âwahrscheinlichâ | meist g oder ch |
Assimilationsprozesse
Nach ar/er/ir/or/ur [a:], V+[É]
Morphologie
Deklination
Substantive unterscheiden wie im Hochdeutschen drei Genera (mask., fem., neut.), Vader m. âVaterâ, Moder f. âMutterâ, Kind n. âKindâ (Wiggers 1858, S. 18).cite-ref-0-22-0[22] Teilweise weicht die Geschlechtszuordnung vom Hochdeutschen ab:
⢠mvp. mask. statt hd. fem.: de Teen âdie Zeheâ (Wiggers 1858, S. 19)cite-ref-0-22-1[22]
⢠mvp. mask. statt hd. neut.: de Been âdas Beinâ, de Knee m. âdas Knieâ, de Dok m. âdas Tuchâ, de Kinn m. âdas Kinnâ (Wiggers 1858, S. 19)cite-ref-0-22-2[22]
⢠mvp. fem. statt hd. mask.: de Mag âder Magenâ, de Brad (f. oder m.) âder Bratenâ (Wiggers 1858, S. 19)cite-ref-0-22-3[22]
⢠mvp. neut. statt hd. mask.: dat Lief âder Leibâ (Wiggers 1858, S. 19)cite-ref-0-22-4[22]
Zum Zusammenfall des mnd. Dativ und Akkusativ siehe unten.
Genera und Kasus werden morphologisch nur in der Flexion der Artikel und Adjektiva angezeigt,
Nomina
Nomina unterscheiden nur Singular und Plural (Wiggers 1858, S. 20â33):cite-ref-0-22-5[22]
| | m. | f. | n. |
|---|---|---|---|
| -en | Ap âAffeâ, pl. Apen | Katt âKatzeâ, pl. Katten | Schapp âSchrankâ, pl. Schappen |
| Umlaut | Vagel âVogelâ, pl. Vägel | Mus âMausâ, pl. MĂźs | Bok âBuchâ, pl. BĂśker |
| -s | Hamer âHammerâ, pl. Hamers | Diern âMädchenâ, pl. Dierns | Mäten âMädchenâ, pl. Mätens |
| unregelmäĂige | Smid âSchmiedâ, pl. Smed | | Schip âSchiffâ, pl. Schep |
| sonstige | Dag âTagâ, pl. Daag | | Schap âSchafâ, pl. Schap Licht âLichtâ, pl. Lichter |
Bestimmter Artikel
Nach Wiggers (1858, S. 20)cite-ref-0-22-6[22]
| | m.sg. | f.sg. | n.sg. | pl. |
|---|---|---|---|---|
| nom. | de | de | dat | de |
| akk. | den | de | dat | de |
Mnd. Dativ und Akkusativ sind zusammengefallen. Eine ursprĂźngliche Dativform ist erhalten in tom iersten.
Unbestimmter Artikel
| | m.sg. | f.sg. | n.sg. |
|---|---|---|---|
| nom. | een (en, ân, ânen) | eene (en, âne) | een (en, ân) |
| akk. | eenen (ânen, ân) | eene (en, âne) | een (en, ân) |
Nach Nerger (1869, S. 189) liegen ursprĂźngliche Dativformen vor mit f.sg.dat. âner und n.sg.dat. ânen (neben ân).cite-ref-1-8-3[8]
Adjektive
| | m. | f. | n. |
|---|---|---|---|
| bestimmt | | | |
| nom.sg. | de gele (gel') Vagel âder gelbe Vogelâ | de blage (blag') Koh âdie blaue Kuhâ | dat swarte (swart) Hohn âdas schwarze Huhnâ |
| akk.sg. | den gelen Vagel | de blage (blagâ) Koh | dat swarte (swart) Hohn |
| pl. | de gele Vägel | de blagen Käuh | de swarten HÜhner |
| unbestimmt | | | |
| nom.sg. | een (ân, ânen) dullen (dull) Hund âein toller Hundâ | eene (en, ân) smucke (smuck) Diern âein hĂźbsches Mädchenâ | een (ân) lĂźtt/lĂźttes (lĂźttet) Kind âein kleines Kindâ |
| akk.sg. | eenen (ânen, ân) dullen (dullâ, dull) Hund | eene (en, ân) smucke (smuck) Diern | een (ân) lĂźtt/lĂźttes (lĂźttet) Kind |
| pl. | dulle (dullâ, dull) Hund' | smucke (smuck) Dierns | lĂźtte (lĂźtt) Kinder |
Mussaeus (1829, S. 30) listet sämtliche Formen noch ohne Apokopie.cite-ref-2-23-0[23]
Nach Nerger (1869, S. 188â189) liegen ursprĂźngliche Dativformen vor mit:cite-ref-1-8-5[8]
⢠best.sg.dat.f. de blagen Koh
⢠best.sg.dat.n. den swarten Hohn
⢠unbest.sg.dat.m. ânen (ân) dullen Hund
⢠unbest.sg.dat.f. âner smucken Diern (vgl. Ritter 1832, S. 78 âne hĂźbschen Fru)cite-ref-3-9-3[9]
⢠unbest.sg.dat.n. ânen (ân) swarten Hohn (vgl. Ritter 1832, S. 78 âenn ollen Hus)cite-ref-3-9-4[9]
⢠unbest.pl.dat. dullen Hundâ, smucken Dierns, lĂźtten Kinder
Nach Nerger (1869, S. 188) ist unbest.nom.sg.m. auch -er (een duller Hund) mÜglich, sofern es sich um Anredeformen handelt.cite-ref-1-8-7[8] Die Endung -es im Neutrum unbestimmter Adjektve ist hochdeutschen Ursprungs, die Endung -et ist veraltet, nach Nerger ist die reguläre Form endungslos.cite-ref-1-8-8[8]
Die Steigerungsformen werden ähnlich dem Hochdeutschen mit -er und -st gebildet, die weitere Deklination folgt der der Adjektive (Wiggers 1858, S. 39):cite-ref-0-22-10[22]
⢠leef âliebâ, leewer, leewst
⢠groff âgrobâ, gräwer, gräwst
⢠nie âneuâ, nieger, niegst
Personalpronomen
Nach Mussaeus (1829, S. 32f.):cite-ref-2-23-1[23]
| | 1. | 2. | 3.m. | 3.f. | 3.n. |
|---|---|---|---|---|---|
| nom.sg. | ick ('ck) | du | hei | sei | et oder ât, gewĂśhnlicher dat |
| gen.sg. | (miener) | (diener) | (siener) | (ehrer) | (siener) |
| acc.sg. | mi | di | em (en) | ehr (s') | et oder ât, gewĂśhnlicher dat |
| nom.pl. | wi | ji | sei | sei | sei |
| gen.pl. | (unser) | (juer) | (ehrer) | (ehrer) | (ehrer) |
| obj.pl. | uns | ju | sei | sei | sei |
Dazu die jĂźngere HĂśflichkeitsform: Sei (nom. & akk.).
Nach Wiggers (1858, S. 43):cite-ref-0-22-11[22]
| | 1. | 2. | 3.m. | 3.f. | 3.n. | refl. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| nom.sg. | ik | du | he | se | dat (ât) | |
| obj.sg. | mi | di | em | er | | sik |
| nom.pl. | wi | ji | se | se | se | |
| obj.pl. | uns | jug (ju) | se | se | se | sik |
Und nach Nerger (1869, S. 190):cite-ref-1-8-9[8]
| | 1. | 2. | 3.m. | 3.f. | 3.n. | refl. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| nom.sg. | ik | dĂť, du | he, hĂŞ, hei | se, sĂŞ, sei | et, t | |
| gen.sg. | (mĂŽner) | (dĂŽner) | | | | (sĂŽner) |
| dat.sg. | mĂŽ | dĂŽ | (em, en) | (Är) | (em, en) | sik |
| akk.sg. | mĂŽ | dĂŽ | em, en | Är, se | et, t | sik |
| nom.pl. | wĂŽ | jĂŽ | se, sĂŞ, sei | se, sĂŞ, sei | se, sĂŞ, sei | |
| gen.pl. | (unser) | (jĂťger) | | | | (sĂŽner) |
| dat.pl. | uns | jĂťch, jĂť | (en) | (en) | (en) | sik |
| akk.pl. | uns | jĂťch, jĂť | se, sĂŞ, sei | se, sĂŞ, sei | se, sĂŞ, sei | sik |
3.sg.f.akk. findet man nach Mussaeus (1829, S. 33) â[b]ei denen, die viel Hochdeutsch hĂśren [âŚ] [als] apostrophierte[s] sâ fĂźr den weibl. Akkusativ ehr, aber nie sei, z. B. ick häww sâ seihn â ich habe sie gesehen.âcite-ref-2-23-2[23]
Der Objektkasus der Personalpronomen folgt meist ursprĂźnglichen Dativformen. Als separate Dativformen listet Nerger em, en 3.sg.n. und en 3.pl. fĂźr den Objektfall neben den o. g.cite-ref-1-8-10[8]
Unterschiede zwischen he und hei (usw.) sind regionale Aussprachevarianten, der Unterschied zwischen dat und ât bzw. jug und ju besteht im Grad der VerkĂźrzung. Die Form et ist nach Nerger (1869, S. 190) âäuĂerst selten im Gebraucheâcite-ref-1-8-11[8] und gilt sonst als eher typisch fĂźr das Märkische.
âAus Irrthum verwendet man [...] Ärâ in Analogie zur 3.sg.f. âauch als Objectscasus des Pluralsâ. (Nerger 1869, S. 190).cite-ref-1-8-12[8]
Possessivpronomen
| | 1. | 2. | 3.m | 3.f | 3.n |
|---|---|---|---|---|---|
| sg. | mien | dien | sien | ehr | sien |
| pl. | uns' (uns) | jug' (jug) | ehr | ehr | ehr |
Demonstrativpronomen
| | m. | f. | n. | pl. |
|---|---|---|---|---|
| proximal (âdiesenâ) | proximal (âdiesenâ) | proximal (âdiesenâ) | proximal (âdiesenâ) | proximal (âdiesenâ) |
| nom. | diss, disse | diss, disse | dit | diss, disse |
| akk. | dissen | diss, disse | dit | diss, disse |
| distal (âjenenâ) | distal (âjenenâ) | distal (âjenenâ) | distal (âjenenâ) | distal (âjenenâ) |
| nom. | dee (de, dei) | dee (de, dei) | dat | dee (de, dei) |
| akk. | den (denn) | dee (de, dei) | dat | dee (de, dei) |
Nach Nerger (1869, S. 191) liegen ursprĂźngliche Dativformen fĂźr den Objektfall vor mit n.sg.dat. dissen bzw. dem, denn sowie pl.dat. dissen. Der Dativ dem steht nicht attributiv.cite-ref-1-8-15[8]
In Verbindung mit Präpositionen steht fĂźr das Neutrum oft dor (dor heff ik nich van hĂźrt âdavon habe ich nichts gehĂśrtâ). Vereinzelt kommen in Verbindung mit Präpositionen noch alte Dativformen vor (in dem wier ik sollen âdarin hätte ich sein sollenâ d. h. âbeinahe wäre ich gefallenâ).cite-ref-0-22-14[22]
Ritter (1832, S. 80f) beschreibt diss als âdas Pronomen, welches das Nähere bezeichnetâ und de als â[d]as Pronomen, welches das Entferntere angiebtâ, analog auch Wiggers (1859, S. 45). Ein weiteres distales Pronomen ist jene, in dem zumindest Ritter (S. 81) aber hochdeutsche Entlehnung vermutet.cite-ref-3-9-5[9]
Konjugation
| | 1.sg | 2.sg | 3.sg | 1.pl | 2.pl | 3.pl |
|---|---|---|---|---|---|---|
| schwache Konjugation: halen âholenâ | schwache Konjugation: halen âholenâ | schwache Konjugation: halen âholenâ | schwache Konjugation: halen âholenâ | schwache Konjugation: halen âholenâ | schwache Konjugation: halen âholenâ | schwache Konjugation: halen âholenâ |
| ind.prs. | ik hal | du halst | halt | wi halen | ji halen (halt) | se halen |
| ind.prt. | ik halt (hald, halde) | du haltst (haldst) | halt (halde, hald) | wi halten (halden) | ji halten (halden), halt (haldet, haldt) | se halten (halden) |
| ipv. | | hal | | | halt | |
| part. | halt | halt | halt | halt | halt | halt |
| starke Konjugation: kamen âkommenâ | starke Konjugation: kamen âkommenâ | starke Konjugation: kamen âkommenâ | starke Konjugation: kamen âkommenâ | starke Konjugation: kamen âkommenâ | starke Konjugation: kamen âkommenâ | starke Konjugation: kamen âkommenâ |
| ind.prs. | kam | kĂźmmst | kĂźmmt | kamen | kamen (kamt) | kamen |
| ind.prt. | keem | keemst | keem | keemen | keemen (keemt) | keemen |
| ipv. | | kam, kumm | | | kamt | |
| part. | kamen | kamen | kamen | kamen | kamen | kamen |
| starke Konjugation: maken âmachenâ | starke Konjugation: maken âmachenâ | starke Konjugation: maken âmachenâ | starke Konjugation: maken âmachenâ | starke Konjugation: maken âmachenâ | starke Konjugation: maken âmachenâ | starke Konjugation: maken âmachenâ |
| ind.prs. | mak | makst | makt | maken | maken (makt) | maken |
| ind.prt. | mĂśk | mĂśkst | mĂśk | mĂśken | mĂśken (mĂśkt) | mĂśken |
| ipv. | | mak | | | makt | |
| part. | makt | makt | makt | makt | makt | makt |
| starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ | starke Konjugation: fangen âfangenâ |
| ind.prs. | fang | fangst | fangt | fangen | fangen (fangt) | fangen |
| ind.prt. | fßng (älter feng) | fßngst (älter fengst) | fßng (älter feng) | fßngen (älter fengen) | fßngen (fßngt) (älter fengen, fengt) | fßngen (älter fengen) |
| ipv. | | fang | | | fangt | |
| part. | fungen | fungen | fungen | fungen | fungen | fungen |
Nach Nerger (1869, S. 156) waren -en und -t im Mecklenburgischen des 19. Jahrhunderts gleichberechtigt, Spuren (EinflĂźsse) eines Einheitsplurals auf -t âverharr[en] nur noch in den westlichen Theilen des Landes neben dem enâ.cite-ref-1-8-17[8]
Nach Ritter (1832, S. 100) scheint es das Partizip Präsens nicht zu geben, da es in der Landsprache seiner Zeit fast nie angetroffen werde, bzw. sofern es doch auftritt, wie im Hochdeutschen formal dem Infinitiv entspricht und daher womÜglich entlehnt sei.cite-ref-3-9-6[9]
Die Vorsilbe ge- wird nach Ritter (1832, S. 100) fßr das Partizip Präteritum nur verwendet, wenn es adjektivisch gebraucht wird, jedoch nie in der Verbalflexion.cite-ref-3-9-7[9]
UnregelmäĂige Verben
Nach Nerger (1869, S. 167â169) flektieren die Hilfsverben sin/wesen âseinâ, don âtunâ und hebben âhabenâ und einige Modalverben (moeten âmĂźssenâ, soelen âsollenâ, moegen âmĂśgenâ, koenen âkĂśnnenâ, willen âwollenâ) irregulär. (Daneben auch bringen âbringenâ, denken âdenkenâ, dĂźnken âdĂźnkenâ, gahn âgehenâ, stahn âstehenâ und weten âwissenâ):cite-ref-1-8-18[8]
| | sin/sien/wesen âseinâ | hebben âhabenâ | don (daun) âtunâ | moeten âmĂźssenâ | koenen âkĂśnnenâ [ 24 ] | soelen âsollenâ [ 24 ] | willen âwollenâ [ 25 ] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.sg.ind.prs. | bĂźn | hevv, hef | do | moet | kann | sall (schall) | will |
| 2.sg.ind.prs. | bĂźst | hest | deist | moest | kannst | sast (schasst) | wisst (wullt) |
| 3.sg.ind.prs. | is | het (heft) | deit | moet | kann | sall (schall) | will |
| 1.pl.ind.prs. | sĂźnt | hebben | don | moeten | koenen | soelen (schoelen) | willen |
| 2,pl.ind.prs. | sĂźnt | hebben (heft) | don, dot | moeten | koenen (koent) | soelen (schoelt) | willt |
| 3.pl.ind.prs. | sĂźnt | hebben | don | moeten | koenen | soelen (schoelen) | willen |
| 1.sg.ind.prt. | was, wier | hadd | deed | mĂśst (mĂźst) | kĂśnnt (kĂźnnt) | sĂśll, sĂźll (schĂśll, schĂźll, schull) | woll (wull) |
| 2.sg.ind.prt. | wierst | haddst | deedst | | | | wosst (wusst) |
| 3.sg.ind.prt. | was, wier | hadd | deed | | | | woll (wull) |
| 1.pl.ind.prt. | wieren | hadden | deeden | | | | wollen (wullen) |
| 2.pl.ind.prt. | wieren (wiert) | hadden, haddt | deeden, deedt | | | | wollt (wullt) |
| 3.pl.ind.prt. | wieren | hadden | deeden | | | | wollen (wullen) |
| ipv.sg. | wes (wees, sie) | hevv, hef | do | | | | |
| ipv.pl. | weest (siet) | heft | dot | | | | |
| part. | wesen, weest, west | hat | dahn | mĂśst (mĂźst) | kĂśnnt (kĂźnnt) | sĂśllt, sĂźllt (schĂźllt, schullt) | wollt (wullt) |
Die Variation sall -- schall ist regional. Ritter (1832, S. 91) beschreibt ersteres als âStadtspracheâ, letzteres als âLandspracheâ.cite-ref-3-9-8[9]
Derivation
Nominal
⢠-in bildet Feminina, traditionell beschränkt auf WĂśrter, die einen Stand oder Amt angeben (Pasturin f. âPastorinâ), auch zur Bezeichnung der Ehefrau (de MĂśllern âFrau MĂśllerâ, de Vossen âFrau VoĂâ) (Wiggers 1858, S. 18f)
⢠-sch bildet Feminina, traditionell bei Gewerben (Käksch f. âKĂśchinâ), zur Bezeichnung der Ehefrau (MĂśllersch âFrau MĂśllerâ) oder fĂźr weibliche Einwohner eines Ortes (WarnemĂźndersch âWarnemĂźnderinâ) (Wiggers 1858, S. 18f.)cite-ref-0-22-17[22]
⢠-ing bildet Neutra, die als KosewĂśrter gebraucht werden, z. B. SĹhn m. âSohnâ, dim. SĹhning n. âSĂśhnchenâ; Vader m. âVaterâ, dim. Väding âVäterchenâ. Der Gebrauch ist hochproduktiv und nicht auf Nomina beschränkt, z. B. sachting dim. zu sacht adv. âsanftâ. Angewendet auf Adjektive, bildet das Suffix Nomina (mien SĂśting âmeine SĂźĂeâ). (Wiggers 1858, S. 95â96)cite-ref-0-22-18[22] Laut Mecklenburgischem WĂśrterbuch III 980â982 handelt es sich nicht um ein eigentliches Diminutiv, da sich sein Gebrauch auf die kosende Anrede beschränkt.
⢠-ken bildet Diminutiva (Neutra), jedoch weniger produktiv und weniger liebkosend als -ing, z. B. Vagelburken kâleines Vogelbauerâ. In Verbindung mit -s wird -ken zu -schen assimiliert (z. B. HĂźschen âApfelkernâ, eigentlich âHäuschenâ) (Wiggers 1858, S. 96)cite-ref-0-22-19[22]
⢠-schop â-schaftâ, z. B. FrĂźndschop âFreundschaftâ (Mussaeus 1829, S. 19)
⢠-daum â-tumâ, z. B. Riekdaum âReichtumâ (Mussaeus 1829, S. 19)
⢠-(a)tschon â-tionâ, z. B. Bueratschon âBausacheâ, Ackeratschon âAckerwesenâ (Mussaeus 1829, S. 19f)
Deverbale Nomen
⢠Nullableitung bildet abstrakte Nomen zu Verben, z. B. dat Leiwen zu leiwen âobwohl man schon: dei Leiw hat, indem ersteres mehr das Active hervorhebtâ (Mussaeus 1829, S. 19)
⢠-er bildet agentive Nomen, Setter zu setten âsetzenâ, Schriewer zu schriewen âschreibenâ (Mussaeus 1829, S. 19)
⢠-nis bildet abstrakte Nomen, Hinnernis zu hinnern âhindernâ (vgl. Mussaeus 1829, S. 19)
Deadjektivische Nomen
⢠-e, z. B. dat Gaude zu gaud âgutâ (Mussaeus 1829, S. 19)
⢠-heit, z. B. dei Gaudheit, dei Frieheit, dei Deiwischheit zu gaud âgutâ, frie âfreiâ, deiwisch âdiebischâ (Mussaeus 1829, S. 19)
⢠-keit, z. B. dei Gaudigkeit, dei FrĂźndlichkeit zu gaud âgutâ, frĂźndlich (Mussaeus 1829, S. 19)
Adjektivisch
⢠-sam, z. B. grausam (Mussaeus 1829, S. 21)
⢠-lich, z. B. säutlich âsĂźĂlichâ, grieslich (Mussaeus 1829, S. 21)
⢠-ig, z. B. unschßllig (Mussaeus 1829, S. 21)
Denominale Adjektive
⢠-ig, z. B. nahdeilig zu Nahdeil âNachteilâ (Mussaeus 1829, S. 20)
⢠-icht, z. B. koppericht zu Kopper âKupferâ (Mussaeus 1829, S. 20)
⢠-lich, z. B. frĂźndlich zu FrĂźnd âFreundâ (Mussaeus 1829, S. 20)
⢠-en, z. B. gullen zu Gold âGoldâ, sĂźlwern zu SĂźlwer âSilberâ (Mussaeus 1829, S. 20)
⢠-ern, z. B. steinern zu Stein âSteinâ (Mussaeus 1829, S. 20)
⢠-sch, z. B. ruĂsch zu RuĂ âRuĂâ (Mussaeus 1829, S. 20)
⢠-los, z. B. sorglos zu Sorg âSorgeâ (Mussaeus 1829, S. 20)
Deverbale Adjektive
⢠-ig, z. B. raffig âhabsĂźchtigâ zu raffen (Mussaeus 1829, S. 20)
⢠-bar, z. B. achtbar (Mussaeus 1829, S. 20)
⢠-haft(ig), z. B. habhaft, deilhaftig (Mussaeus 1829, S. 20)
Verbal
⢠Ablaut und Umlaut: âDurch Umlaut werden oft transitive aus intransitiven und umgekehrt gebildetâ, z. B. dampen/dämpen (Mussaeus 1829, S. 21)
Denominale Verben
⢠-en (des Infinitivs, vgl. Nullableitung), z. B. raden zu Rad âRatâ (Mussaeus 1829, S. 21) (falsches Beispiel, effektiv umgekehrt).
Adverbien
⢠-lings, z. B. olldings, oldlings âvor Zeitenâ, piperlings âschnurgerade sich ergieĂendâ zu Piper âAusgussâ (Mussaeus 1829, S. 22)
⢠durch Nullabteilung aus Adjektiven, âindem das e finale weggeworfen wirdâ, z. B. hog, gaud, väl (Mussaeus 1829, S. 22)
Syntax
Allgemein gilt die niederdeutsche Syntax als schlecht erforscht,cite-ref-26[26] die Anmerkungen hier beziehen sich daher auf Einzelbeobachtungen. Die traditionelle Annahme, dass â[d]ie eigentliche Bildung eines Satzes [âŚ] im Ganzen der gewĂśhnlichen und hochdeutschen entsprichtâ (Ritter 1832, S. 124)cite-ref-3-9-9[9] ist naheliegend, aber im Widerspruch zu den untigen Beobachtungen und weitgehend unbewiesen, insbesondere solange keine syntaktisch annotierten Korpora des Mecklenburgisch-Vorpommerschen bzw. des Niederdeutschen insgesamt existieren.
Dativ, Akkusativ und Objektfall
Im allgemeinen sind Dativ und Akkusativ gegen Ende der mittelniederdeutschen Zeit zu einem Einheitsfall ("Objektfall") zusammengefallen, der formell meist dem mittelniederdeutschen Akkusativ entspricht. Dies war zunächst ein lautlicher Prozess (Apokopie von finalem -e, Schwächung von -m zu -n, Assimilation von auslautendem -r), hat sich durch Analogie aber weiter verbreitet (Nerger 1869, S. 170f). In einigen Formen sind Reste ursprĂźnglicher Dativformen erkennbar.cite-ref-1-8-19[8] Traditionell wird der Objektfall als âAkkusativâ bezeichnet (Mussaeus 1829, S. 23),cite-ref-2-23-4[23] worunter aber immer, soweit nicht anders ausgefĂźhrt, der Dativ als formgleich mit inbegriffen ist (so explizit Ritter 1832, S. 67).cite-ref-3-9-10[9] Sachlich richtiger ist hierfĂźr jedoch die Bezeichnung als âObjektfallâ oder âAkkudativâ.
Der Dativ erfährt deutliche Kennzeichnung in Kontraktionen mit Präpositionen, wo noch das Dativ-M des ehemaligen Artikels deme auftritt, bzw. bei sächlichen Substantiven der alte Dativ-Artikel den. Tatsächlich entstand der Dativartikel den Ăźber ein Lautgesetz des Mittelniederdeutschen: Dort trat mit der Zeit die Akopierung ein und die E am Ende von WĂśrtern wurden stumm. WĂśrter, welche ein -me am Ende gefĂźhrt hatten, wurden ohne E dann häufig mit -n statt mit -m gesprochen.cite-ref-lasch-27-0[27] Eine Trennung von Dativ und Akkusativ kann, Ăźber die Artikel hinaus, dann auch in der Aussprache festgestellt werden. Wie im Deutschen und Niederländischen werden D, B und W am Wortende als T, P und F gesprochen. Als Ăberbleibsel eines ursprĂźnglichen Dativ-E zeigt sich dann eine fehlende Auslautverhärtung, welche durch einen Apostroph deutlich gemacht wird.cite-ref-28[28] Die Schreibung mit Apostroph bzw. die âĂźberlangeâ Aussprache kann daher genutzt werden, um Dativformen und Akkusativformen zu unterscheiden, dies allerdings nur fĂźr mittelniederdeutsch stimmhafte Konsonanten bei Maskulina und Neutra im Singular (Nerger 1869, S. 171).cite-ref-1-8-20[8]
| Plattdeutsch | Deutsch | Anmerkung |
|---|---|---|
| dat Liw | der KĂśrper | sprich Lif/Lihf/Lief (IPA: [liËf]) |
| inân Liwâ | im KĂśrper | sprich Liew |
| Ik ga tauân/taum Pirdâ. | Ich gehe zum Pferde. | siehe unten |
| Ik ga tau dat Pird. | Ich gehe zu dem Pferd. | Hier geschieht eine Auslautverhärtung, da es sich tatsächlich um den Akkusativ handelt, der steht, wo ein vergessener Dativ stehen sollte. |
| Ik ga tau einen Pirdâ. | Ich gehe zu einem Pferde. | |
| Ik kĂśp ein Pird. | Ich kaufe ein Pferd. | |
| Ik ga tau(r) Fru. | Ich gehe zur Frau. | siehe unten |
| Ik ga tau de Fru. | Ich gehe zu der Frau. | |
| de Wulf â de WĂźlwâ | der Wolf â die WĂślfe | Singular, Plural |
| de WĂźlwen/WĂźlben â de WĂźlwâ | den WĂślfen â die WĂślfe | Dativ, Akkusativ |
Dabei ist unklar, ob Kontraktionen mit -r und -m dem Altsächsischen und Mittelniederdeutschen entspringen oder hochdeutschen Einflusses sind. Bereits das Altsächsische zeigte eine Vermischung von Akkusativ- und Dativformen, ohne dabei aber einen Einheitsfall aufzubauen. Im Mittelniederdeutschen setzte sich dieser Trend fort. Zudem ist eine Mischung und Verwechslung von N und M zu beobachten, wobei das Schrifttum mit fortschreitender Standardisierung auch vom regional Gesprochenen abwich und schriftlich grammatische Unterscheidungen gemacht wurden, die beim Sprechen nicht hĂśrbar, aber bewusst waren. Weiterhin spricht fĂźr einen hochdeutschen Ursprung das Fehlen eines weiblichen Artikels âderâ, wobei Ritter in seiner 1832 niedergeschriebenen Grammatik noch als weibliches Akkusativpronomen âde(re)â verzeichnet. Ungeachtet dessen, welchen Ursprungs diese Formen sind, treten sie allerdings seit mindestens dem 14. Jahrhundert durchgehend in niederdeutschen Texten auf. Wenn diese Kontraktionen als fremd empfunden werden, werden sie durch die VerkĂźrzung des Artikels (Ik ga tauân Mann/tau Fru.), bzw. durch die Langform ersetzt.
Das in neuerer Zeit stumme Dativ-E jedoch ist zweifelsfrei niederdeutschen Ursprungs.cite-ref-lasch-27-1[27] Ebenso, dass in Kontraktionen ein ân als Dativindikator fĂźr de und dat steht.
AuĂerdem wird der Akkusativ bei der VerkĂźrzung des Objektpronomens em, ursprĂźnglich Dativpronomen, zu ân, ursprĂźnglich von en, deutlich.
⢠Slaten hew ik em nich. â Geschlossen habe ich ihn nicht.
⢠Ik willân sluten. â Ich will ihn schlieĂen
Umschreibung des Genitivs
Der mnd. Genitiv ist weitgehend geschwunden und wird meist umschrieben mit einer Possessivphrase in Verbindung mit einem Dativ- (~Akkusativ-) Argument (den Kaptein sien Schip âdas Schiff des Kapitänsâ) oder einer Präpositionalphrase mit van (de Kaptein van dat Schip âder Kapitän des Schiffesâ, dat Schip van den Kaptein âdas Schiff des Kapitänsâ). (Wiggers 1858, S. 31)cite-ref-0-22-20[22]
Mussaeus 1829 (S. 23f.) listet:cite-ref-2-23-5[23]
⢠den Mann sien Hus âdes Mannes Hausâ
⢠Mauder ehr Kled âMutters Kleidâ
⢠dei Breif van mien Mauder âder Brief meiner Mutterâ
Die Umschreibung mit van zeigt immer nur die Herkunft oder ZugehĂśrigkeit, niemals den Besitz (Mussaeus 1829, S. 63).cite-ref-2-23-6[23]
Reste des Genitivs sind teilweise in Adverbialen sowie Substantiven, die Personen bezeichnen, erhalten. Nach Nerger (1869, S. 170) z. B. in s'abends "abends", weswegen âweswegenâ, vael goods âviel Gutesâ, nix slimms ânichts Schlimmesâ, Vaders Hus âVaters Hausâ, Nawers Gorden âNachbars Gartenâ.cite-ref-1-8-21[8] Nach Mussaeus (1829, S. 24) sind diese Formen âwie man [sie] zuweilen in den Städten etc. hĂśrtâ" allerdings nach dem Hochdeutschen gebildet (Mauders Hus) oder daraus entlehnt (Ăźm Gotts Willen) und â[n]icht ächt-plattâ.cite-ref-2-23-7[23]
Benefaktor (âfreier Dativâ)
Analog zum Hochdeutschen kann praktisch jedes nicht intransive Verb um die Angabe dessen erweitert werden, fĂźr den diese Tätigkeit stattfindet (semantische Rolle âBenefaktorâ). Im Hochdeuitschen ist das der sog. âfreie Dativâ, etwa in Ich habe ihm den Garten gemacht, und diese Konstruktion ist auch die Grundlage fĂźr die o. g. Umschreibung des Genitivs (den Kaptein sien Schip wĂśrtlich âdem Kapitän.DAT sein Schiff.AKKâ). Im mvp. sind Dativ und Akkusativ zu einem Objektfall (bzw. im Akkusativ) zusammengefallen, so dass der Begriff âfreier Dativâ nicht angewendet werden sollte, aber die Konstruktion ist analog.
Nach Wiggers (1859, S. 109) wird â[d]er Dativ des persĂśnlichen FĂźrworts der zweiten Person [auch] nicht selten in Gesprächen eingemischt, in der Absicht, das Erzählte dadurch dem Angeredeten recht nahe zu bringen und ihn zur Zustimmung aufzufordernâ, z. B.
⢠Dat is di 'n Preester! âDas ist dir ein Prediger!â (nach einem solchen kannst du sonst weit suchen). Wiggers (1859, S. 109)
⢠Dei Mann hett di mol lang' Bein! âDer Mann hat dir aber lange Beine!â (Mussaeus 1829, S. 69)cite-ref-2-23-8[23]
Morphologisch vertritt dabei der Objektkasus den Dativ. Da dies zu Uneindeutigkeiten gegenßber dem Akkusativ fßhren kann, kann der Benefaktor durch die Präposition fÜr ausgedrßckt werden (Mussaeus 1829, S. 63):cite-ref-2-23-9[23]
⢠ik heww den Mann dat Hus kĂśft ~ ik heww fĂśr den Mann âŚ
Ungenaue Mengenangaben
Eine dem Mecklenburgisch-Vorpommersche eigene Bildung ist die ungenaue Mengenangabe, die mit dem unbestimmten Artikel Singular und einer Form der Nachsilbe -ere/-erne gebildet wird, wobei das darauffolgende Zahlwort durch den Artikel zum Substantiv wird.
⢠ein JĂĽrerâ SĂśss â an die sechs Jahre (dat JĂĽr, das Jahr)
⢠ân Mannere Fif â um die fĂźnf Männer (de Mann)
⢠ân Litere Tein â ca. zehn Liter
⢠ein Dalerne Acht â etwa acht Taler (de Daler)
Adverbien
Adverbien bestimmen wie im Hochdeutschen Verben näher, jedoch auch andere Adverbien oder Adjektive. Sie kÜnnen daher gesteigert werden (Mussaeus 1829, S..57), z. B.cite-ref-2-23-10[23]
⢠hĂźpig âhäufigâ, hĂźpiger, am hĂźpigsten
⢠oft, Üfter, am Üftersten
Im 19. Jahrhundert sehr gebräuchliche Adverbien waren nach Mussaeus (1829, S. 58) nu ânunâ, hĂźt âheuteâ, morgen, gistern, oft, raken âoftâ, wol, man ânurâ, all âschonâ, jichens âirgendsâ, tauwielen âzuweilenâ, mittau âzuweilenâ, mittaumol âzuweilenâ, nich, nichen, nix, narens ânirgendsâ, äwerall, hier, dor, hierhen, dorhen, wohen, wur, woher, etc.cite-ref-2-23-11[23]
Konjunktionen
Konjunktionen schlieĂen wie im Hochdeutschen Worte oder Sätze aneinander an. Mussaeus (1829, S. 58) listet fĂźr das frĂźhe 19. Jahrhundert un, ok, denn, as, donn, wieder âweiterâ, noch, äwerdem, hernahst, nahher, nahst, nahsten, wenn, wennihr, falls, sĂźnst, awer, awerst, äwerst, doch, obgliek, obwohl, obschons, allein, välmihr âvielmehrâ, indem, wur âwoâ, sied âseitâ, sieddem, entwäder, oder, wäder ânochâ, dunn, wiel, dorher, dĂśrĂźm, wurtau (wotau), worup (woup), wurunt, womit, wurhen (wohen), wurher (woher), wurbie. Die Konjunktionen uter âauĂerâ und utgenamen âausgenommenâ dienen auch als Präpositionen.cite-ref-2-23-12[23]
Diese Liste beinhaltet neben klassischen Konjunktionen auch sog. Diskursmarker.
Grundwortstellung
Wie im Hochdeutschen steht das Subjekt im deklarativen Hauptsatz meist satzinitial (Dei Mann is wiĂ un worhaftig mien FrĂźnd) im sog. Vorfeld. Beginnt der Satz mit einem Adverb, steht das Subjekt nach dem Verb (HĂźt is hei mien Mann). (Mussaeus 1829, S. 64)cite-ref-2-23-13[23] Das Objekt folgt dem Verb (Ik heww den Minschen seihn) bzw., falls das Subjekt nicht satzeinleitend steht, dem Subjekt (Hett hei den Kopmann bedragen?) (Mussaeus 1829, S. 65).cite-ref-2-23-14[23]
Nachfeld
Bei komplexem Verben stehen nicht-finite Verbbestandteile normalerweise am Satzende (rechte Satzklammer), z. B. ick heww dat nich dacht. â[I]st der Satz aber lang, so wird [âŚ] das Particip gerne vor einen der Zusätze gesetztâ (Mussaeus 1829, S. 75):
⢠Ik heww wohl mihr as dusendmal danzt up dei breide SchĂźndael tau N.N. âIch habe wohl mehr als tausend Mal auf der breiten Scheundiele zu N.N. getanztâ.
In moderner Terminologie entspricht das einer Nachfeldbesetzung.
Scrambling
In postverbaler Stelliung kann wie im Hochdeutschen das indirekte Objekt vor dem direkten Objekt stehen, doch ist umgekehrte Wortstellung mĂśglich (analog dem Scrambling im Deutschen) (Mussaeus 1829, S. 65f.):
⢠Ik gew den Mann dat Brod (indirektes Objekt vor direktem Objekt)
⢠Ik gew dat Brod den Mann (direktes Objekt vor indirektem Objekt, âmit verändertem Nachdrucke, wobei dat Brod zeigend istâ)
Subjektelision
Das Niederdeutsche wird i. a. nicht als Pro-Drop-Sprache diskutiert, aber nach Mussaeus (1829, S. 69) wird â[o]ft [âŚ] der Nominativ ausgelassenâ:
⢠Heww't lang säggt âich habe es lange gesagtâ
⢠Hest slagen em âhast ihn geschlagenâ (in warnender oder drohender Bedeutung)cite-ref-2-23-17[23]
Informationsstruktur
KĂźrzung von Pronomina
Neben den Vollformen der Personal- und Demonstrativpronomen stehen auch Kurzformen, die v. a. postverbal verwendet werden. Nach Nerger (1869, S. 193) sind das:cite-ref-1-8-22[8]
⢠âk fĂźr ik
⢠de fßr du
⢠e fßr he
⢠'s fßr se
⢠ât fĂźr et, dat
⢠âm, 'n fĂźr em, en und dem, den
Die reduzierten Formen kÜnnen gehäuft werden, und "[n]irgends finden sich häufiger Contrahirungen als bei diesen persÜnl. Pronom" (Mussaeus 1829, S. 33), z. B. incite-ref-2-23-18[23]
⢠ick hewwâtân säggt (= ick heww dat em säggt) âich habe ihm das gesagtâ
⢠âk heww âich habeâ
⢠ât is âes istâ
⢠âk heww s' seihn âich habe sie gesehenâ
Emphatische Pronomen
Nach Mussaeus (1829, S. 33) wird oft âdas Wort: sĂślwer oder sĂślwen (selber) angehängt, gewĂśhnlich ersteres bei der Einzahl, letzteres bei der Mehrzahl: ick sĂślwer, wi solwen, etc.âcite-ref-2-23-19[23]
Linksversetzung
Wiggers 1859, S. 108: âHinter dem Subjekt [âŚ] wird sehr häufig der Artikel als FĂźrwort pleonastisch vor dem Zeitwort eingeschoben [âŚ] eben so häufig nach dem unmittelbaren Objekt [âŚ], wenn dasselbe dem Zeitwort vorangeht.â In moderner Terminologie ist das eine Linksversetzung, z. B.
⢠De LĂźd, de seggen âDie Leute sagenâ
⢠De Mann, de seggt âDer Mann sagtâ
⢠Dissen Mann, den kenn ik âDiesen Mann kenne ichâ
Linksversetzung tritt auch bei Fragen und Ausrufungen auf (Mussaeus 1829, S. 69)cite-ref-2-23-20[23]:
⢠Dit lßtt' Kind, dat is dien?
⢠Dei Kierl, wat hei fÜr 'n Mul hett!
Spaltsätze (Clefts)
Wiggers 1859, S. 108: âSoll auf das Subjekt oder Objekt ein besonderer Nachdruck gelegt werden, so bedient man sich dazu gern der Einkleidung in einen Relativsatz.â In moderner Terminologie ist das ein Spaltsatz;
⢠Wat de Vader van de Brut is, de kĂźnn jo nich wegblieben âDer Vater der Braut konnte ja nicht fehlenâ
⢠Wat de Sähn is, den kenn ik ok âDen Sohn kenne ich auchâ
Existentialkonstruktionen
Wiggers 1859, S. 109: âSätze, in denen das Subject den unbestimmten Artikel hat oder ein Plural ohne Artikel ist, werden mit dor da oder einem dem Satz angehĂśrigen Adverbium eingeleitet.â Die Konstruktion entspricht exakt dem âexistential thereâ im Englischen, weniger dessen hochdeutscher Umschreibung mit âes gibtâ, z. B.
⢠Dor is een Mann, de frĂśggt na di âein Mann fragt nach dirâ (Wiggers 1859, S. 110)
⢠HĂźt wieren hier twee LĂźd, de frĂśgen na di âHeute waren hier zwei Leute, die nach dir fragtenâ (Wiggers 1859, S. 110)
Markierte Vorfeldbesetzung
â[I]n leidenschaftlicher (Rede)â (Mussaeus 1829, S. 64â66) ist nicht-kanonische Wortstellung mĂśglich:cite-ref-2-23-21[23]
⢠Slagen hett mi dei Mann (Emphase, auch als Antwort auf Wat hett hei dahn?)
⢠Dei Mann mien FrĂźnd hĂźt is (mit der Nebenbedeutung: âTust du ihm etwas zuleide, so trete ich fĂźr ihn ein.â)
⢠Dei Mann mi slagen hett (er hat sich gewagt, mich zu schlagen und ich erwarte Beistand).
⢠Em heww ik slagen (jenen dort, mit hinweisender Bedeutung; auch âsogar ihnâ)
⢠Slagen heww ik em (sogar geschlagen)
⢠Häww slagen em oder Häww em slagen (es ist einmal geschehen, ich hab's getan)
⢠Einen Schelm nenn ick em (sogar einen Schelm)
⢠Em nenn ick einen Schelm (sogar ihn oder ihn allein)
⢠Den Mann gew ik dat Brod (âlässt das erste Wort als zeigend vorspringenâ)
⢠Dat Brod gew ick den Mann (âlässt das erste Wort als zeigend vorspringenâ)
⢠Slapen häww ik (âich hab's getan und kannâs nicht leugnenâ, Mussaeus 1829, S. 75)
Bedeutende Autoren
Aus Mecklenburg:
⢠Belletristik
⢠John Brinckman
⢠Lisa Milbret
⢠Fritz Reuter
⢠Rudolf Tarnow
⢠Johann Lauremberg (spätes Mittelniederdeutsch/frßhes Neuniederdeutsch)
⢠Karl Eggers
⢠Sprachforschung und Volkskunde
⢠Richard Wossidlo, sammelte fßr sein bis heute als Standardwerk geltendes Mecklenburgisches WÜrterbuch
⢠Karl Nerger, Verfasser einer preisgekrÜnten Abhandlung ßber das Mecklenburgische (Formen- und Lautlehre)
⢠Julius Wiggers, Autor einer Grammatik (Formen- und Lautlehren)
⢠J. G. C. Ritter, Autor einer Grammatik (Formen- und Lautlehren)
⢠Johann Jakob Nathanael Mussaeus, von dem einige Märchen in den Bßchern der Gebrßder Grimm stammen, Autor einer der vier Grammatiken (Formen- und Lautlehren)
Aus Vorpommern:
⢠Alwine Wuthenow
⢠Heinrich Bandlow
⢠Philipp Otto Runge, der den Grimms das bekannte Vom Fischer und seiner Frau aufschrieb
Sänger und Musikgruppn
HĂśrspiele / HĂśrbĂźcher
⢠Hans-Joachim Theil (Hrsg.): Plattdßtsch gistern un hßt. Litera, 1980.cite-ref-29[29]
⢠Von Gerd Micheel gibt es Aufnahmen des gesamten Werks von Fritz Reuter fßr den Rundfunk.
Sprachpflege
Zur Pflege der mecklenburgisch-vorpommerschen Variationen des Niederdeutschen engagieren sich folgende Sprachgesellschaften:
⢠Fritz Reuter Gesellschaft mit Sitz in Neubrandenburg
Literatur
⢠Klaas-Hinrich Ehlers: Mecklenburgisch-Vorpommersch, Mittelpommersch, Brandenburgisch. In: Joachim Herrgen, JĂźrgen Erich Schmidt: Sprache und Raum. Ein internationales Handbuch der Sprachvariation. Band 4: Deutsch (= HandbĂźcher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. Band 30.4). De Gruyter Mouton, Berlin/Boston 2019, ISBN 978-3-11-018003-9, S. 590â615.
⢠Hubert Grimme: Plattdeutsche Mundarten. GÜschen, Leipzig 1910 [eine der vier dargestellten Mundarten ist diejenige von Stavenhagen].
⢠Renate Herrmann-Winter: Kleines plattdeutsches WÜrterbuch fßr den mecklenburgisch-vorpommerschen Sprachraum. Hinstorff, Rostock 1985 (und weitere Auflagen).
⢠Renate Herrmann-Winter: Neues hochdeutsch-plattdeutsches WÜrterbuch fßr den mecklenburgisch-vorpommerschen Raum. Hinstorff, Rostock 1999 (und weitere Auflagen).
⢠Renate Herrmann-Winter: HÜr- und Lernbuch fßr das Plattdeutsche, mit einer CD erzählender Mundartsprecher aus Mecklenburg-Vorpommern. Hinstorff, Rostock 2006 [Objekt ist das Niederdeutsch Mecklenburg-Vorpommerns].
⢠Mecklenburgisches WĂśrterbuch. 7 Bände. Wachholtz, NeumĂźnster, später Akademie, Berlin 1937â1992. Unveränderter, verkleinerter Nachdruck Wachholtz, NeumĂźnster 1996. Nachtrags- und Registerband ebd. 1998.
⢠Karl Nerger: Grammatik des mecklenburgischen Dialektes älterer und neuerer Zeit. Laut- und Flexionslehre. F. A. Brockhaus, Leipzig 1869. (Digitalisat MDZ)
⢠J. G. C. Ritter: Grammatik der mecklenburgisch-plattdeutschen Mundart. Stillersche Hofbuchhandlung, Rostock/Schwerin 1832. (Digitalisat)
⢠Hermann Teuchert: Der mecklenburgische Sprachraum. In: Mecklenburgische Landes-Universitäts-Gesellschaft. 4. Jahresbericht fßr das Jahr 1928. Mecklenburgische Landes-Universitäts-Gesellschaft, Rostock 1929.
Weblinks
⢠Wossidlo-Archiv mit dem von Richard Wossidlo gesammelten Textkorpus fßr das Mecklenburgische WÜrterbuch
⢠Tauhusâ bi Treckfiedel-Hanne (Texte mit Tondateien sowie hochdeutschen und englischen Ăbersetzungen)
⢠Mecklenburgisch â Audioreportage mit HĂśrbeispielen von der Deutschen Welle
Siehe auch
Einzelnachweise
cite-note-11. â Werner KĂśnig, Stephan ElspaĂ, Robert MĂźller: dtv-Atlas Deutsche Sprache. 18. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂźnchen 2015, S. 157.
cite-note-22. â Peter Wiesinger: Die Einteilung der deutschen Dialekte, in: Werner Besch, Ulrich Knoop Wolfgang Putschke, Herbert Ernst Wiegand (Hrsg.): Dialektologie: Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung. Zweiter Halbband. Walter de Gruyter, Berlin / New York 1983, ISBN 3-11-020333-2, doi:10.1515/9783110203332 (degruyter.com [abgerufen am 20. Juli 2022]). (Reihe: HandbĂźcher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 1.2), S. 807ff.
cite-note-6-44. â H. Teuchert (1934), Der Lautstand im SĂźdteil des Landes Stargard, Teuthonista, Jahrg. 10, H. 1/2 (1934), S. 2â34
cite-note-55. â G. Kohfeld: Plattdeutsche mecklenburgische Bauerngespräche aus der Zeit der Karl Leopoldâschen Streitigkeiten. In: Niederdeutsches Jahrbuch, XXXIII (1907), 159â164.
cite-note-66. â Agathe Lasch: Mittelniederdeutsche Grammatik. Verlag Max Niemeyer. Halle an der Saale 1914.
cite-note-77. â Sass: Rechtschreibung. In: Peter Hansen: Die niederdeutsche Literatur. Abgerufen am 11. August 2022.
cite-note-1-88. â Karl Nerger: Grammatik des meklenburgischen Dialektes, älterer und neuerer Zeit. Laut- und Flexionslehre. F. A. Brockhaus, Leipzig 1869 (google.de [abgerufen am 11. August 2022]).
cite-note-3-99. â J. G. C. Ritter: Grammatik der mecklenburgischplattdeutschen Mundart. 1832 (google.de [abgerufen am 12. August 2022]).
cite-note-1010. â vgl. Rudolf Tarnow: LĂźtt bäten Hoeg un BrĂźderie. 3. Auflage. Hinstorff, Rostock 2003, ISBN 3-356-00995-8.
cite-note-1111. â Karl Bartsch: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg. Wien 1879.
cite-note-1212. â Felix Stillfried: Ut SloĂ un Kathen. Liebeskind-Verlad 1890.
cite-note-1313. â J.G.C. Ritter: Grammatik der mecklenburgisch-plattdeutschen Mundart. Stillersche Hofbuchhandlung, Rostock/Schwerin 1832.
cite-note-1414. â Albert Schwarz: Vollständiges WĂśrterbuch zu Fritz Reuters Werken : mit einem Nachwort: die Sprache Fritz Reuters ; Separatabdruck aus Fritz Reuters sämtlichen Werken herausgegeben von Hermann Jahnke und Albert Schwarz. A. Weichert, Berlin 1900.
cite-note-1515. â vgl. John Brinckman: Kasper-Ohm un ick. Carl Hinstorff Verlag, Rostock.
cite-note-1616. â Ernst Moritz Arndt: Mährchen und Jugenderinnerungen. 1. Ausgabe. Realschulbuchhandlung, Berlin 1818.
cite-note-1717. â Behrend BĂśckmann: Geschichten tau dei Stadtgeschicht von GĂźstrow. BS-Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-86785-163-3.
cite-note-1818. â Albert Schwarz: Vollständiges WĂśrterbuch zu Fritz Reuters Werken. Mit einem Nachwort: die Sprache Fritz Reuters. Separatabdruck aus Fritz Reuters sämtlichen Werken herausgegeben von Hermann Jahnke und Albert Schwarz. A. Weichert, Berlin 1900, S. 30.
cite-note-schwarz9-1919. â Albert Schwarz: Vollständiges WĂśrterbuch zu Fritz Reuters Werken : mit einem Nachwort: die Sprache Fritz Reuters ; Separatabdruck aus Fritz Reuters sämtlichen Werken herausgegeben von Hermann Jahnke und Albert Schwarz. A. Weichert, Berlin 1900, S. 9.
cite-note-2020. â plattmakers.de
cite-note-5-211. WĂśrterbuch Mecklenburg-Vorpommern. In: Peter Hansen: Das digitale WĂśrterbuch Niederdeutsch - Schwerpunkt: niederdeutsche Literatur. Abgerufen am 17. August 2022.
cite-note-0-2222. â Julius Wiggers: Grammatik der plattdeutschen Sprache. In Grundlage der Mecklenburgisch-Vorpommerschen Mundart. 2. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1858 (archive.org [abgerufen am 9. August 2022]).
cite-note-2-2323. â J. Mussaeus: Versuch einer plattdeutschen Sprachlehre mit besonderer BerĂźcksichtigung der mecklenburgischen Mundart. Hofbuchhandlung von Ludwig DĂźmmler, Neu-Strelitz und Neu-Brandenburg 1829 (google.de [abgerufen am 12. August 2022]).
cite-note-4-242. Ergänzt nach Ritter (1832), S. 91
cite-note-253. nach Ritter (1832), S. 92
cite-note-2626. â Perspektiven einer modernen niederdeutschen Syntaxforschung. In: KIPDF. Abgerufen am 12. August 2022.
cite-note-lasch-2727. â Agathe Lasch: Mittelniederdeutsche Grammatik. Verlag Max Niemeyer, Halle an der Saale 1914.
cite-note-2828. â J. Ritter: Grammatik der mecklenburgisch-plattdeutschen Mundart. Stillersche Hofbuchhandlung, 1832.
cite-note-2929. â PlattdĂźtsch Gistern Un HĂźt (1980, Vinyl). Abgerufen am 5. April 2021.
cite-note-3030. â Dem Plattdeutschen verschrieben: Jahrestagung dreier Literaturgesellschaften in Ludwigslust, Schweriner Volkszeitung, 2. April 2017